VersorgungsManagement Wunde in Rheinland-Pfalz / VeMaWuRLP
Koordinierte Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden in Rheinland-Pfalz

Versorgungsziel

Etablierung eines flächendeckenden Versorgungsmanagements zur Begleitung von Menschen mit schlecht heilenden und chronischen Wunden in Rheinland-Pfalz zur Erreichung einer höheren Therapietreue und besserer Therapieergebnisse. Aufzeigen der Übertragbarkeit der Versorgungslogik auf multimorbide und hochaltrige Menschen.

Methodik

Randomisierte, kontrollierte Interventionsstudie mit quantitativen und qualitativen Teil (Mixed – Method-Design), Interventionsgruppe mit Fallmanagement, Vergleichsgruppe – „usual care“ ohne Fallmanagement, quantitativer Teil: primäre Zielgröße: Heilungsrate; sekundäre Zielgrößen: u.a. Krankenhauseinweisungen, Amputationsrate, Lebensqualität, Kosten. Qualitativer Teil: primäre Zielgröße: Verbesserung der Effektivität der interdisziplinären Zusammenarbeit, sekundäre Zielgröße: Einfluss auf soziales Umfeld. Beim Einschluss von 1.000 Patienten – statistisch signifikant nachweisbarer Unterschied in Heilungsrate: 8,5 Prozentpunkte

Ziel, Ausgangslage und Indikatoren

Nach Expertenschätzungen werden in Deutschland zwischen 400.000 und 1,8 Millionen Menschen mit schwer heilenden Wunden behandelt (Prävalenz 2,33 %). Menschen mit diesem Krankheitsbild sind in der Regel multimorbide und werden oft über Jahre durch verschiedene Gesundheitseinrichtungen behandelt. Dabei werden eine Diagnostik, die begleitende Behandlung von ursächlichen Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Gefäßerkrankungen, aber auch die standardgerechte Reinigung der Wunde und hygienische Aspekte der Wundbehandlung oftmals vernachlässigt.

Infolge fehlender Analyse und fehlender standardisierter Maßnahmen zur Schulung des Patienten und der an der Pflege und Lebensgestaltung des Patienten beteiligten Personen, aber auch der fehlenden wundheilungsfördernden Gestaltung des Lebensumfeldes sind finanziell fragliche aufwendige Wundversorgung und ggf. wiederholte Einweisungen in stationäre Behandlung wegen wundinduzierter Stoffwechselentgleisungen oder Infektionen möglich. Durch die Begleitung der Patienten, auch im Sinne und mit Hilfe der Telemedizin, werden wiederholte Einweisungen ins Krankenhaus nachweislich um 75 % gesenkt.

Das Ziel des Versorgungsmanagements Wunde ist deshalb die individuelle Beratung und Begleitung von Menschen mit chronischen Wunden in der Organisation, Koordination und Umsetzung von komplexen Behandlungsmaßnahmen zur Optimierung der Heilungsvoraussetzungen im medizinischen, sozialen und Lebensumfeld des Betroffenen durch Fallmanager.

Die hierzu notwendigen Instrumente müssen unter der Einbeziehung von Expertenerfahrungen entwickelt und evaluiert werden.

Die Ziele des Projektes umfassen:

medizinbezogen:

  • Nachweis, Erhöhung der Heilungsraten durch das Fallmanagement
  • Reduktion von Krankenhauseinweisungen durch das Fallmanagement
  • Nachweis, Reduktion von Amputationsraten bei bestehendem DFS durch das Fallmanagement
  • Nachweis, Reduktion von Arbeitsunfähigkeitstagen durch das Fallmanagement
  • Nachweis, zu erzielender ökonomischer Effekte durch das Fallmanagement

systembezogen:

  • Qualitätssicherung durch Standards in der Umsetzung des Versorgungsmanagements Wunde
  • Etablierung eines sektorenübergreifenden Versorgungsmanagements Wunde
  • Weiterentwicklung einer bestehenden IT-Lösung zur Steuerung des Versorgungsmanagements
  • Erarbeitung neuer, optimierter, interdisziplinärer und intersektoraler Standards zum Versorgungsmanagement Wunde
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