Die Zielgruppe des Versorgungsmanagements Wunde

sind Menschen mit schlecht heilenden und/oder chronischen Wunden, also Wunden, die seit mehr als vier Wochen bestehen und keine Heilungstendenz aufweisen.

Diese werden in der Regelversorgung nach unterschiedlichen Krankheitsursachen klassifiziert. Erst nach einer Diagnostik kann und sollte dann ein standardisiertes Therapieregime ergriffen werden. Hier werden die Grundsätze des TIME-Konzeptes im Sinne des EWMA Positions-Dokuments „Wundbettvorbereitung in der Praxis“ genutzt. 

Für die Abstimmung und Realisation

tritt hier der Fallmanager in Aktion. Nach einem patientenzentrierten Assessment führt dieser eine Zielvereinbarung zwischen Patienten und Arzt herbei.

Die Begleitung unterliegt den Prozessstrukturen des Fallmanagements.

Der Prozess startet

in einer Vertragsklinik, in einem MVZ oder in einer angeschlossenen Arztpraxis und ist vom Vorgehen klar definiert. Dazu gehören klare Einschluss- und Ausschlusskriterien.

Nach der Eruierung der notwendigen Maßnahmen wird die Pflegekraft als Fallmanager in Kooperation mit dem behandelnden Arzt in einer Klinik, mit allen an der Versorgung beteiligten Akteuren, Maßnahmen, Wege und Ziele abstimmen.

Die erforderlichen edukativen Maßnahmen

für den Patienten und seinen Angehörigen werden vereinbart und durchgeführt. Hierbei ist es wichtig, den Schulungserfolg im Sinne der Beurteilung von Compliance und Adhärenz zu erfassen.

Sichtbare Defizite müssen dann erneut besprochen werden.

Durch folgende zielführende und steuerbare Leistungen des Fallmanagements soll eine transparente und beeinflussbare Versorgungssituation zur erfolgreichen Wundbehandlung geschaffen werden:

  • fallbezogene Assessments
  • Sicherstellung der Kommunikation und Informationsweitergabe an alle Akteure
  • komplexe und regelhafte Fallevaluation
  • Schulung von Patienten und deren Angehörigen

 – Die dazu mit dem Betroffenen zu vereinbarenden kurz- und mittelfristigen Ziele, dienen der Motivation und Messung der Zielerreichung.

Der vollständige Wundverschluss ist dabei ein nicht immer erreichbares Ziel. Oft stehen Ziele im Sinne verbesserter Lebensqualität (Geruch, Schmerz, Mobilität, Selbständigkeit) und Therapietreue im Vordergrund.

Studien zeigten bereits, dass bei der Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden durch ein interprofessionelles Team mit einem adäquaten Fallmanagement eine Verkürzung der Heilungszeit mit geringeren Kosten einhergeht.

Das Konzept des Versorgungsmanagements Wunde basiert auf dem Fallmanagement-Prozess.

Kennzeichen der geplanten, neuen Versorgungsform:

  • Die standardisierte qualitätsgesicherte Koordination der Leistungserbringung.
  • Die sektorübergreifende Koordination (Fallmanagement) von Einzelmaßnahmen zur Verbesserung von Patienten-Compliance und -Adhärenz; Verbesserung des medizinischen Outcomes, Patientenedukation, Vermeidung von Fehlverhalten nach der Abheilung, Förderung der Rezidivprophylaxe durch den Fallmanager.
  • Das enge interdisziplinäre Zusammenspiel aller beteiligten Akteure (u.a. Pflegekräfte, Hausärzte, Fachärzte, Physiotherapie, Podologie, Verbandmittelversorger, Pflegeeinrichtungen, Angehörige).
  • Die aktive Einbeziehung des Patienten durch eine situationsspezifische Schulung sowie Coaching.
  • Die zentrale Datenerfassung der Fallmanagement Aspekte mittels einer IT-gestützten Wund-dokumentationsplattform.

Die Versorgung mit begleitendem Versorgungsmanagement Wunde unterscheidet sich zur Regelversorgung wie folgt:

  • Empowerment der Patienten und Achtung des Menschen als körperlich-seelisches Wesen
  • Prozessstandardisierung und -integration
  • Patientenbetreuung und Zielvereinbarung
  • Feedbackrunden & Netzwerktreffen

Um die Information und direkte Einbindung des Patienten und seines Umfeldes in den Heilungsprozess sicherzustellen, werden folgende neue Instrumente geschaffen:

  • Fallführung/Versorgungsmanagement
  • Zielvereinbarung
  • Schulungskonzept
  • Rezidivprophylaxe / Tertiärpräventives Modul
  • EDV-basierte Steuerungsplattform
  • Sicherstellung der Kompressionstherapie als ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei phlebologisch bedingten Ulzerationen der unteren Extremität
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