Klicken Sie hier zur Einsicht in die Teilnahmeinformationsbroschüre

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Patientinnen und Patienten, 

Das Ziel dieses Projektes ist es, die alltägliche Versorgung (Regelversorgung) von Menschen mit chronischen Wunden in Rheinland-Pfalz zu verbessern.

Deshalb werden im Zeitraum von November 2018 bis Ende November 2019 Menschen mit chronischen Wunden gesucht, die ihren Heilungsprozess für ein Jahr wissenschaftlich begleiten lassen möchten.

Wenn Sie derzeit von einer schwer heilenden Wunde betroffen sind, dann möchten wir Sie zur Teilnahme an unserer Studie einladen. Nur in Zusammenarbeit mit Ihnen ist ein Erfolg dieses Projektes möglich!

Bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden dreimal umfassende Erhebungen mit einem Fragebogen durchgeführt. Einige Teilnehmende werden um ein ausführliches Gespräch über ihre Situation gebeten.

Der Heilungsprozess von 500 Menschen mit chronischen Wunden, die wie üblich von ihren ortsansässigen Pflegediensten und Ärztinnen und Ärzten versorgt werden, wird mit dem von 500 Menschen mit chronischen Wunden verglichen, die neben dieser Regelversorgung eine Fallmanagerin/ einen Fallmanager als Ansprechpartner zur Seite gestellt bekommen. Die Zuteilung zu einer dieser Gruppen erfolgt per Zufall, um die Ergebnisse richtig auswerten zu können.

Die gesamten Erhebungen und das Fallmanagement sind für Sie kostenfrei.

Wenn Sie damit einverstanden sind, arbeiten wir mit Ihrer am Projekt beteiligten Krankenkasse zusammen, um auch die Kosten Ihres Heilungsverlaufs berechnen zu können.

Sollten Sie nach der Lektüre dieser Broschüre weitere Fragen zu Ihrer Studienteilnahme haben, stehen wir und die betreuende Studieneinrichtung Ihnen gerne zur Verfügung. 

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit

Ihr Gesamtprojektleiter
Uwe Imkamp

Allgemeine Zielsetzungen und Finanzierung des Projekts

Mit dem Projekt VeMaWu RLP bietet sich die Chance, die Regelversorgung von Menschen mit schlecht heilenden, chronischen Wunden in Rheinland-Pfalz zu beobachten und zu verbessern bzw. eine qualitativ hochwertige Versorgung zu sichern.

Mit dem Projekt VeMaWu RLP wird überprüft, ob ein Fallmanagement zu einer Verbesserung der Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden führt. Mit Ihrem Einverständnis ist außerdem eine Auswertung der dabei entstehenden Kosten durch Mitwirkung Ihrer Krankenkasse möglich.

Seit Mai 2018 stehen zu diesem Zweck Fördergelder des Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Verfügung. Mit diesen Mitteln werden die Organisation des Projekts, die Erhebungen, das Fallmanagement, die unabhängige wissenschaftliche Begleitforschung und die Aufwände der beteiligten Krankenkassen bezahlt.

Die Mittel des Innovationsfonds werden von den gesetzlichen Krankenkassen und dem Gesundheitsfonds bereitgestellt. Übergeordnetes Ziel des Innovationsfonds ist eine Verbesserung der medizinischen Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland.

Besondere Versorgung

Der Begriff „Besondere Versorgung“ steht für die Vernetzung zwischen den einzelnen Leistungsbereichen im Gesundheitswesen und zielt auf eine patientenorientierte und interdisziplinär-fachübergreifende medizinische Versorgung ab. Kennzeichnend ist die enge Kooperation unterschiedlicher Vertragspartner, so zum Beispiel Haus- und Fachärzte, nichtärztliche medizinische Berufe, Krankenhäuser, medizinische Versorgungszentren, Rehabilitationseinrichtungen, Arztnetze oder Pflegeeinrichtungen.

Mit einer integrierten Versorgung sollen neben der Qualität der medizinischen Versorgung, z.B. durch ein höheres Maß an Abstimmung und Kooperation, auch Ihre persönliche Lebensqualität, verbessert werden. 

Im Rahmen dieser besonderen Versorgung können auch Behandlungsformen angeboten werden, die bisher noch nicht zum Standard gehören. Projekte auf Basis dieser Vertragsgrundlage zielen auch darauf ab, die geforderte Wirtschaftlichkeit der Versorgung zu untersuchen.

Zwischen der mamedicon GmbH und Ihrer Krankenkasse wurde ein Vertrag zur besonderen Versorgung abgeschlossen. Ihre Teilnahme an dieser integrierten Versorgung und somit am Projekt ist freiwillig, daher werden Sie um ihre Zustimmung gebeten.  

Definition chronische Wunde

Eine Wunde, die über einen Zeitraum von über vier Wochen nicht abheilt, bezeichnet man als chronisch. Die schlechte Wundheilung ist häufig Folge einer Durchblutungsstörung, einer Infektion, eines Immundefekts oder eines Diabetes mellitus.

Eine häufige chronische Wunde ist das Wundliegegeschwür (Dekubitus) oder das Unterschenkelgeschwür/offenes Bein (Ulcus cruris). Auch eine akute Wunde, die nicht fachgerecht gepflegt wird, kann chronisch werden. 

Häufig sind die Patienten im Alltag durch ihre chronischen Wunden erheblich eingeschränkt. Geruch oder Schmerzen und die zahlreichen Arztbesuche können unter anderem auch die Psyche belasten.

Zur optimalen Versorgung der Wunde gehört auch, dass Sie lernen, im Alltag mit Ihrer Wunde umzugehen. Wird die Entstehungsursache nicht behoben, besteht kaum Chance auf Heilung. Darum müssen die Grunderkrankungen bestmöglich behandelt werden!

Ihre Mitwirkung

Ihre Mitwirkung am Projekt VeMaWu RLP ist wichtig und besteht aus folgenden Bausteinen:

  • Sie erklären sich bereit, an der Studie teilzunehmen.
  • Sie geben uns zu Beginn Ihrer Teilnahme Auskunft über Ihre Gesundheit.
  • Sie erhalten eine eingehende ärztliche Erhebung Ihrer Versorgungssituation, um den Zustand Ihrer Wunde zu Beginn der Studie zu erfassen.
  • Sie werden zweimal innerhalb eines Jahres zu weiteren medizinischen Befragungen von Ihrer Studieneinrichtung eingeladen.
  • Sie werden zufällig in eine Studiengruppe eingeteilt:
    • Bei einer Gruppe ändert sich an der Versorgung der Wunde nichts (Regelversorgung), außer dass zusätzlich drei strukturierte ärztliche Befragungen und Erhebungen erfolgen.
    • Die andere Gruppe erhält ebenso weiterhin die übliche Versorgung (Regelversorgung) und die drei strukturierten ärztlichen Befragungen und Erhebungen. Zudem werden die Teilnehmenden dieser Gruppe regelmäßig von einer Fallmanagerin/ einem Fallmanager als Ansprechpartner besucht.
  • Ihre Teilnahme an der Studie endet nach 12 Monaten.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie sich zu einer Teilnahme an der Studie zur Verbesserung der Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden in Rheinland-Pfalz entschließen würden!

Im Weiteren möchten wir Ihnen den Studienablauf genau erläutern. 

Studienablauf

Das Projekt gliedert sich in sechs Abschnitte: 

  • Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer
  • Begleitung der Menschen mit chronischen Wunden in zwei Gruppen
  • Erfassung des Heilungsverlaufs und der Lebensqualität
  • Vergleich des Kostenaufwands
  • Anonymisierte Gesamtauswertung und Interpretation der Ergebnisse
  • Veröffentlichung der Ergebnisse in der Fachpresse unter ausschließlicher Nutzung anonymisierter Daten

Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Um 1.000 Menschen mit chronischen Wunden zu erreichen, hat die Projektleitung der mamedicon GmbH verschiedene Krankenhäuser, Facharztpraxen und Medizinische Versorgungszentren in Rheinland-Pfalz zur Kooperation gewonnen. Diese werden im Projekt „Studieneinrichtung“ genannt. 

Die Studienärzte in den Studieneinrichtungen gehen auf Menschen mit chronischen Wunden zu. Bei Interesse beantworteten diese Ihre Fragen zur Teilnahme und holen Ihr Einverständnis zur Teilnahme ein. Dann werden Sie durch die Hochschule Ludwigshafen in einem Zufallsverfahren einer Studiengruppe zugeteilt. 

Begleitung der Menschen mit chronischen Wunden in zwei Gruppen

Gruppe Regelversorgung chronische Wunde: 

Die Versorgung von chronischen Wunden wird bereits durch Ihre Behandler vor Ort auf einem hohen Niveau durchgeführt. Die Ärztinnen und Ärzte Ihres Vertrauens sorgen für die fachgerechte Behandlung bzw. für die regelmäßige Unterstützung durch einen Pflegedienst in Ihrer Nähe u.a. mit 

  • regelmäßiger Säuberung der Wunde und Bekämpfung von Infektionen,
  • Auswahl der passenden Wundauflagen,
  • begleitenden Maßnahmen zur Unterstützung der Wundheilung (z.B. Beratung zu Ernährungsgewohnheiten, Abstimmung und Durchführung der Kompressions-therapie),
  • Behandlung von Schmerzen.

Gruppe Regelversorgung mit Fallmanagement: 

Auch in dieser Gruppe obliegt die Behandlung Ihrer chronischen Wunde weiterhin Ihrer Arztpraxis und Ihrem Pflegedienst.

Zusätzlich zu den oben aufgeführten Behandlungen wird Ihnen eine Fallmanagerin/ ein Fallmanager zugeteilt. Ihr individueller Versorgungsbedarf wird mit Ihnen besprochen und Behandlungsziele werden mit ihnen gemeinsam festlegt (z.B. schmerzfreier Verbandswechsel oder verbesserte Beweglichkeit).

Diese gemeinsam festgelegten Ziele werden dann mit Ihrem behandelnden Arzt, Pflegedienst und ggf. weiteren Therapeuten abgestimmt. Regelmäßig wird Ihr Wundverlauf in Expertenrunden (Fallbesprechung) anonym besprochen.  

Im Rahmen des Fallmanagements werden zusätzlich Hausbesuche durchgeführt und bei Bedarf Termine mit anderen Diensten koordiniert. Es werden Ihnen Schulungen zu einzelnen Aspekten Ihrer Wundsituation angeboten.  

Die Fallmanager sind zusätzliche Ansprechpartner bei Fragen zu Ihrer Wunde. Nach einem halben Jahr oder früher bei vorheriger Abheilung der Wunde ist eine sechsmonatige Nachbetreuung durch die Fallmanagerin oder den Fallmanager vorgesehen, um ein erneutes Auftreten der Wunde oder eine Verschlechterung Ihrer Situation zu verhindern.

Um feststellen zu können, ob ein Fallmanagement bei chronischen Wunden einen messbaren Effekt auf die Heilung, den Kostenaufwand oder die Lebensqualität hat, sind die Erhebungen in beiden Gruppen notwendig. Nur so kann die bisherige Regelversorgung mit den zusätzlichen Leistungen im Rahmen dieser besonderen, integrierten Versorgung verglichen werden.

Ihre Teilnahme ist von großer Bedeutung, unabhängig von der Gruppe, der Sie zugeordnet werden!

Erfassung des Heilungsverlaufs und der Lebensqualität

Im Rahmen der Studie erfolgen drei ärztliche Einzelbefragungen und -erhebungen, bei denen Ihnen auch ein Fragebogen vorgelegt wird. Innerhalb eines Jahres werden Ihnen jeweils im Abstand von 6 Monaten zwei weitere Befragungstermine vergeben (Termine werden schon vorababgestimmt).

Nur durch die nochmalige Befragung können wir maßgebliche Veränderungen bezogen auf die Wundheilung sowie Ihrer Gesamtsituation feststellen. 

Im Folgenden finden Sie eine kurze Zusammenstellung der Inhalte der Erhebungen in Ihrer Studieneinrichtung, die bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Studie durchgeführt werden. 

Befragung und Erhebung durch die Studienärztin/ den Studienarzt: 

  • Dokumentation Ihrer individuellen Wundsituation und Therapie,
  • Dokumentation der aktuellen Medikation,
  • Krankheitsgeschichte, Begleiterkrankungen,
  • Lebensstil.

Individueller Fragebogen zur Selbsteinschätzung 

Zudem werden Sie gebeten, zusätzlich einen Fragebogen vor Ort auszufüllen und ihn direkt in der Studieneinrichtung abzugeben. Es werden Ihnen Fragen zu folgenden Themen gestellt: 

  • Lebensqualität,
  • soziale Unterstützung,
  • gesundheitsförderliches Verhalten,
  • eigene Behandlungsziele,
  • Wohlbefinden,
  • Angaben zu Ihrer Person.

Individuelle Gesprächstermine 

Einzelne Patientinnen und Patienten werden im Verlauf der Studie um einen Gesprächstermin gebeten. Eine wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hochschule Ludwigshafen wird Sie gegebenenfalls kontaktieren und besuchen, um mit Ihnen über Ihre Situation ins Gespräch zu kommen. 

Vergleich des Kostenaufwands

Mit Ihrem Einverständnis werden im Laufe des Projekts von Ihrer Krankenkasse anonymisierte und zusammengefasste Abrechnungsdaten (Routinedaten) an die Hochschule Ludwigshafen weitergeleitet, um so Berechnungen über die Kosten der Versorgung chronischer Wunden durchführen zu können. 

Gesamtauswertung und Interpretation der Ergebnisse

Ihre Angaben und die Ergebnisse werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hochschule Ludwigshafen ausgewertet und interpretiert.

Informationen zu Ihrer Person werden dabei so verschlüsselt, dass daraus keine Rückschlüsse auf Ihre Person möglich sind.

Der Ergebnisbericht wird 2021 dem Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vorgelegt und später auch veröffentlicht. 

Am Ende des Projektes werden die gewonnenen Erkenntnisse und Ableitungen der Fachwelt zur Verfügung gestellt. In diesen Veröffentlichungen finden sich keinerlei Daten, die auf Sie als Patient oder Patientin zurück zu führen wären.

Die Leitung der wissenschaftlichen Begleitforschung liegt bei der Hochschule Ludwigshafen am Rhein, Frau Prof. Dr. Elke Raum und Herrn Prof. Dr. Manfred Erbsland, Institut für Management, Ökonomie und Versorgung im Gesundheitsbereich (IMÖVG).

Seit August 2019 können Versicherte aller gesetzlichen Krankenkassen am Projekt teilnehmen!
Folgende Krankenkassen waren zum Start am 1. November 2018 am Projekt beteiligt: 

  • Techniker Krankenkasse (TK)
  • GWQ ServicePlus AG
  • atlas BKK ahlmann
  • BAHN-BKK
  • Bertelsmann BKK
  • BKK Deutsche Bank AG
  • BKK Schwarzwald-Baar-Heuberg
  • Daimler BKK
  • Die Schwenninger Krankenkasse
  • energie-BKK
  • Heimat Krankenkasse
  • IKK Südwest
  • Merck BKK
  • Salus BKK
  • SBK Siemens-Betriebskrankenkasse
  • Südzucker BKK

Im Projektverlauf können weitere Krankenkassen dem Projekt / Vertrag der besonderen Versorgung beitreten. Weitere Aussagen finden Sie in den von den Zentren vorgehaltenen Informationsbroschüre.

Bei Fragen helfen Ihnen unsere Ansprechpartner des Projektkonsortiums gerne weiter!

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